Kreis Coesfeld

Im Kreis Coesfeld sind die Möglichkeiten zur konfliktarmen Ausweisung neuer Windkraft-Vorranggebiete begrenzt. Probleme bereiten stattdessen seit mehr als zwei Jahren die Absichten der Gemeinde Dülmen, unmittelbar angrenzend an die FFH- und EU-Vogelschutzgebiete "Teiche in der Heubachniederung", "Merfelder Bruch" und "Weißes Venn/Geisheide" ein Windkraftvorranggebiet auszuweisen, das die Bezirksregierung aus guten Gründen nicht vorgesehen hat. 

Mit Unterstützung des Halterner Natur- und Vogelschutzvereins sowie Spenden aus der Bevölkerung Dülmens haben der BUND-Landesverband, die BUND-Regionalgruppe Münster, die BUND-Kreisgruppe Coesfeld und die BUND-Ortsgruppe Dülmen (die auch die Hauptorganisationsarbeit geleistet hat) ein Gutachten finanziert, das die besondere Bedeutung des Gebietes für den Vogelzug herausstellt. Dies wurde später noch ergänzt durch eine umfangreiche Stellungnahme der drei Biologischen Stationen in den Kreisen Coesfeld, Recklinghausen und Borken.

Nach wiederholten Nachfragen hat nun (22.8.2014) das Umweltministerium endlich auch die beiden Stellungnahmen des LANUV (vom 7. Mai 2013 [!] und vom 27. Mai 2014) zum Windpark Merfeld herausgerückt. Es ist eine Unverschämtheit: Wenn wir die Stellungnahme des LANUV aus 2013 rechtzeitig gekannt hätten, hätten der BUND, der Halterner Natur- und Vogelschutzverein sowie zahlreiche Bürger mit ihren Spenden viel Geld (fast 15.000 €) sparen bzw. für sinnvolle Naturschutzarbeit einsetzen können. Denn schon die erste Stellungnahme des LANUV macht - natürlich in vorsichtig abwägenden Formulierungen - das deutlich, was wir und viele andere (einschließlich der Unteren und der Höheren Landschaftsbehörden) von Anfang an gesagt haben: Das ins Auge gefasste Gebiet ist für einen "Windpark" ungeeignet! Die zweite Stellungnahme des LANUV verdeutlicht das noch einmal und schlägt als Alternative genau das Areal vor, das wir schon 2012 empfohlen hatten.

Goitzsche, Foto: Falco Heidecke
Karte der alten und neu vorgeschlagenen Vorranggebiete (aus der Vorlage 20/2014 des Regionalrats).


Quelle: Dülmener Zeitung vom 30.1.2014
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